Reisebericht Bahamas
"It`s better in the Bahamas”

Die Bahamas sind ein Inselstaat im Atlantik und nicht, wie vielleicht vermuten, in der Karibik. Die Bahamas liegen östlich von Florida und nördlich von Kuba und haben rd. 250.000 Einwohner. Sie erstrecken sich auf eine Fläche von ca. 14.000 km².


Insgesamt besteht das Land oder besser gesagt, bestehen die Inseln aus ca. 700 Inseln, von denen aber nur 30 bewohnt sind. Hinzu kommen ungefähr 2.400 Korallenriffe und Felsklippen. Allein schon beim Namen "Bahamas" schlägt jedes Urlauberherz höher. Jeder denkt hierbei sicherlich an weißen Sand, endlose Strände und sich leicht im Wind wiegende Kokospalmen, kurzum an ein Urlaubsparadies. Und das sind die Inseln wirklich. Die Bahamas gehören zu den schönsten Urlaubszielen der Welt. Diesen Luxus von Sonne, Sand und Meer lässt sich der Inselstaat aber auch fürstlich bezahlen, denn hier liegen die Preise für einen Urlaub wirklich an der oberen Grenze der nun wahrlich nicht billigen, englischsprachigen Karibikländer.

Für viele Traveller oder Urlauber aller Art reicht es daher nur zu einer Stippvisite (1 – 3 Tage) per Schiff oder Flugzeug von Florida aus. Hierfür bestehen tägliche Verbindungen von fast allen Flughäfen Floridas aus, sowie per Kreuzfahrtschiff von Miami oder Fort Lauderdale. Auch von St. Petersburg oder Tampa bestehen Schiffsverbindungen, die aber aufgrund der Entfernung einen mehrtägigen Aufenthalt verlangen.
Die Schiffe der Scandinavian Saga Line fahren auf jeden Fall von der Ostküste der USA nach Nassau und Bimini. Diese Touren sind aber nicht immer auf deutsche oder europäische Touristen eingestellt, denn die "Unterhaltungsmaschinerie" dieser Cruiser ist auf den typischen amerikanischen Touristen zugeschnitten (Casino, Funsport usw.). Die Fahrten sind nicht teuer, also sollte sich jeder, der Interesse an dieser Art amerikanischer Volksbelustigung zeigt, sich diesen Spaß für rd. 100 USD gönnen.

Aber zurück zu den Bahamas, dem Reiseziel für das ganze Jahr, Hochsaison ist allerdings zu der in der Karibik (irgendwie gehört man doch dazu) üblichen Zeit, also von Dezember bis April, aber Achtung über Weihnachten und dem Jahreswechsel herrscht viel Trubel und es ist fast kaum eine Unterkunft zu bekommen, es sei denn, man hat im voraus gebucht.
Da ich gerade von der Karibik geschrieben habe, komme ich noch einmal auf dieses Thema zurück. Ob man die Bahamas dazurechnen kann, muss oder darf, darüber streiten sich die Gelehrten. Manche Autoren von Reiseführern rechnen sie zu den West-Indies, andere wieder nicht. Da sie weit außerhalb des Antillenbogens liegen, tendiere ich dazu, sie nicht dazuzurechnen. Da der "Bund der Bahamas", so der offizielle Staatsname, eher ein typisch karibisches Flair hat, sollten wir sie mal getrost dazurechnen, zumal die offiziellen Grenzen der Karibik noch nie jemand abgesteckt hat. Dies dürft ja auch schwerfallen, da die Karibik auch nur ein Teil des Atlantiks ist.
Hauptstadt der Bahamas ist Nassau, wo mit fast 150.000 Einwohnern die Hälfte aller Staatsbürger lebt. In Nassau befindet sich auch der einzige internationale Airport des Inselreichs. Jeder Flugreisende wird also bei seinem ersten Besuch auf den Inseln zuerst die pulsierende Inselhauptstadt mit ihrem englischen Flair, es gibt dort viele Kolonialhäuser britischen Stils, kennenlernen. Für meinen Geschmack bietet Nassau außer kolonialen Bauten nicht sehr viel, so dass wir gleich weiter auf die "echten Bahamas", die mit dem "Rum-Feeling", weiterreisen sollten. Dies macht man in der Regel per Schiff oder per Kleinflugzeug.

Auf den bewohnten Inseln ist man meistens auf Tourismus eingestellt, insgesamt gibt es mehr als 200 Hotels internationalen Standards. Hinzu kommen etliche Ferien- und Gästehäuser, die jedoch sehr oft billiger, komfortabler und familienfreundlicher sind als die "Bettenburgen" internationaler Hotelketten. Aber davon ab, gibt es für jeden Geschmack und Geldbeutel eine oder mehrere Unterkunftsmöglichkeit.
Die größten Touristeninseln sind New Providence (207 qkm) und Grand Bahama (1.372 qkm). Hier findet man auch die meisten Unterkunftsmöglichkeiten, darunter Hotels amerikanischer Ketten mit mehr als 1.000 Betten. Auf den größten Inseln der Bahamas Andros (fast 6.000 qkm) und Great Inagua (fast 1.600 qkm) spielt der Tourismus eine eher untergeordnete Rolle, da hier Savannen und Sumpfgebiete vorherrschen, die für Besucher der Inseln natürlich weniger interessant sind, als Inseln mit weitreichenden und endlosen Sandstränden.

Beschreibung der wichtigsten Inseln:
Abaco
Inselkette mit vielen Buchten und Segelhäfen. Bekannt ist der Hafen von Hope Town mit seinem berühmten Leuchtturm. Hier gibt es mehrere Hotels, wie z. B. die Hope Town Harbour Lodge.

Andros
Wie schon erwähnt, für Strandurlauber nicht so interessant, aber für Tauchsportler ein Paradies. Weltbekannt sind die "blue holes" mit Unterwasserhöhlen und Tunneln. Auch etliche Schiffswracks können von Tauchern erforscht werden. Auf Andros empfehlenswert ist das Hotel "Emerald Palms By-The-Sea".

Bimini Islands
Eine ca. 45 Kilometer lange Inselkette im äußersten Westen der Bahamas. Sehr verschlafen und ruhig, also genau das richtige für den erholungssuchenden Besucher. Auf Bimini gibt es sehr schöne und lange Strände. Es gibt verschieden Unterkunftsmöglichkeiten auf den Bimini Islands, z. B. das schöne Haus "Bimini Big Game Fishing Club & Hotel".

Cat Island
Lange schmale Insel im Osten des Inselstaates. Diese Insel wurde nach der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von Royalisten der britischen Krone übereignet. Auf Cat Island vielleicht empfehlenswert die Bungalowanlage "Fernandez Bay Village", die direkt am herrlichen Strand liegt.

Eleuthera
Ca. 160 Kilometer lange Inselkette mit wunderschönen Buchten und herrlichen Stränden im nordöstlichen Bereich der Bahamas. Auch ein Refugium für Taucher und Segler. Auch hier gibt es verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten wie z. B. den exklusiven "Cotton Bay Club" oder den schönen "Runaway Hill Club" mit seinem kolonialem Ambiente.

Exumas
Ungefähr in der Mitte der Bahamas liegen die Inseln und Inselchen, aufgereiht wie Perlen an einer Schnur. Herrliches Segelgebiet, von Kennern auch als "Schönstes Segelrevier der Welt" bezeichnet. Auf den Exumas gibt es viele versteckte Buchten mit wunderbaren, menschenleeren Stränden. Empfehlenswert ist auf den Exumas das "Coconut Cove Hotel" mit echtem karibischen Flair.

Grand Bahama
Ganz im Norden der Bahamas gelegen. Hier findet man mit Freeport die zweitgrößte Stadt der Inseln mit seinem weltberühmten Spielcasino und weiteren Vergnügungsstätten. Aber auch schöne Strände sind hier zu finden. Hier sind die meisten Hotels der Bahamas zu finden, darunter etliche "Bettenburgen, daher möchte ich hier keine Empfehlung aussprechen, da ich Hotels dieser Art nicht mag.

San Salvador
Auf dieser Insel betrat am 12. Oktober 1492 mit Christopher Kolumbus der erste Europäer amerikanischen Boden. Die Insel, ganz im Osten der Bahamas gelegen, wirkt sehr verschlafen und fast könnte man meinen, seit der "Entdeckung" durch Kolumbus habe sich nicht viel getan und die Zeit sei stehen geblieben. Auf San Salvador gibt es mehrere kleine und gemütliche Gästehäuser.
Wer keine Hotels mag, oder ganz Land und Leute kennen zu lernen, hat auch die Möglichkeit am "People-to-people-Programm" teilzunehmen. Es bieten sich eine große Anzahl Einheimischer an, für Besucher "Gastgeber für einen oder mehrere Tage" zu spielen. Hier wird jeder interessierte Besucher sicher mehr über die Inseln und ihre Bewohner erfahren, als einer, der sich nur im Hotel aufhält. Wer dies bevorzugt, wird höchstens Amerikaner oder Kanadier kennenlernen, denn die großen Hotels sind für die Einheimischen viel zu teuer. Mehr zum "People-to-people-Programm" kann man beim Bahama Tourist Office (Anschrift und Telefon s. u.) erfahren.

Das Klima der Bahamas kann man als subtropisch, vielleicht auch als maritim, bezeichnen. Im Sommer liegen die Temperaturen im Durchschnitt bei 28 Grad, werden aber durch den ständigen Südostpassat gemildert. Die Durchschnittstemperaturen im Winter liegen bei rund 23 Grad. In der Zeit von Juli bis November können die Inseln von Wirbelstürmen heimgesucht werden.
Wie schon zuvor erwähnt, haben die Bahamas rd. 250.000 Einwohner. Hiervon sind ca. 85 % Schwarze und Mulatten und nur rund 15 % Weiße. Die meisten Leute leben in Nassau, ca. 150.000, und in Freeport mit ca. 30.000. Der Bevölkerungszuwachs liegt bei 2 % jährlich. Die Wirtschaft der Bahamas ist ziemlich einseitig auf den Fremdenverkehr beschränkt. Die Tourismusbranche ist mit fast 70 % am Bruttosozialprodukt beteiligt, mehr als zwei Drittel der erwachsenen Erwerbstätigen verdienen ihr Geld mit oder durch den Tourismus.
Da auf den Bahamas fast keine Steuer gezahlt werden müssen, Einkommens- und Vermögenssteuer sind gänzlich unbekannt, hat sich das Land in den letzten Jahrzehnten auch einen Namen als Steuerparadies und Bankenzentrum gemacht. Viele internationale Banken und Versicherungen haben hier ihren Sitz oder zumindest eine Zweigstelle. Auch viele vermögende Nordamerikaner investieren hier. Das Banken- und Versicherungswesen ist daher zum zweiten Standbein der Wirtschaft geworden.

Einen anderen, aber unrühmlichen Namen haben sich die Bahamas als Umschlagplatz für den internationalen Drogenhandel erworben. Die Inseln gelten als Zwischenhandelsplatz zwischen den südamerikanischen "Herstellerländern" und den nordamerikanischen "Verbraucher". Mit der teilweisen Zerschlagung der kolumbianischen Drogenmafia hat sich die Situation in den letzten Jahren aber etwas gebessert, zumal von Seiten der USA strengste Kontrollen gefahren werden.
Die Landwirtschaft spielt auf den Inseln so gut wie überhaupt keine Rolle. Nur ca. 1 % der Landesfläche ist für die Landwirtschaft überhaupt nutzbar. Insofern überhaupt Landwirtschaft betrieben wird, geschieht dies in Kleinstbetrieben für den häuslichen Eigenbedarf. Daher müssen fast alle Lebensmittel, außer Fisch, importiert werden.
Die Industrie beschränkt sich fast ausschließlich auf die Stadt Freeport. Hier gibt es eine Erdölraffinerie und eine Zementfabrik. Auf den anderen Inseln beschränkt sich die Industrie auf Werften und Salinen.

Wichtige Anschriften:
Bahamas Tourist Office
Landstraße 45 47
60598 Frankfurt
Tel. 069/62 60 51

Bahamas Reservation Service London
Tel. 0130/81 67 15 (gebührenfrei)

Ministry of Tourism
Freeport/Bahamas
Tel. 352-8044

Deutsches Honorarkonsulat
PO Box N-3035
Nassau/Bahamas
Tel. 323-2156

High Commission of the Commonwealth of the Bahamas 10 Chesterfield Street London
W1XS8AH Tel. 044-71-408 44 88

Ministry of Tourism Headquarters
Market Plaza
Bay Street
Nassau/Bahamas
Tel. 322-7500

Sonstige, wichtige Reiseinformationen:
Reisepass genügt, für eine Aufenthaltsdauer bis zu 3 Monaten, für Kinder genügt der Kinderausweis
Durchschrift der Einreisekarte aufheben, wird bei der Ausreise wieder verlangt
Einreisesteuer derzeit 7 USD Internationaler Führerschein erforderlich (Linksverkehr)
Zollfreie Ein- und Ausfuhr von Gütern wie innerhalb der EG
Ausfuhr der Landeswährung (Bahamadollar = B$) nur bis 70 B$, die Währung ist eng an den USD geknüpft
USD werden auch als Zahlungsmittel entgegen genommen
Reiseschecks und internationale Kreditkarten werden problemlos akzeptiert
Impfungen sind nicht erforderlich

Viel Vergnügen auf den Bahamas wünscht der Autor

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Johannes Backhaus
Webmaster: Urlaubsinfo-Web.de
D-44267 Dortmund Tel: 0231/488581

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